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Kompetenznetz KOKON

sich bewegen

Zusammenfassung

Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen sind häufig unsicher, ob und welche Art von körperlicher Bewegung während der Therapie für sie geeignet ist. Doch gerade in dieser Situation ist regelmäßige Bewegung besonders wichtig. Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand hat sie nicht nur Einfluss auf die Entstehung von vielen Krebserkrankungen, sie reduziert auch die Wahrscheinlichkeit ihres Wiederauftretens und führt zu einer Verlängerung des Überlebens für viele Krebserkrankungen („exercise is medicine!“). Zudem ist sie die bis heute effektivste Therapie der Tumor-bedingten Fatigue (Erschöpfungssyndrom). Die besten Ergebnisse wurden in den Studien mit mehrmals wöchentlicher Bewegung mit mittlerer Intensität (z.B. schnelles Gehen) erreicht. Auch Bewegungen mit leichter Intensität (Spazieren gehen) oder kürzerer Dauer zeigen eine positive Wirkung („wenig bringt schon viel!). Darüber hinaus weiß man heute, dass die Muskulatur ein Organsystem ist, dass Botenstoffe produziert, die Entzündungsvorgänge im Körper, die während einer Tumorerkrankung häufig erhöht sind, reduzieren kann und damit auch die Krebstherapie positiv beeinflusst. Daher ist neben einem Ausdauertraining auch darauf zu achten, möglichst wenig Muskelmasse abzubauen und wenn möglich sogar Muskelmasse aufzubauen. 

Der optimale Bewegungsumfang beträgt laut aktueller Studienlage 2,5 Std./Woche moderates Training oder 75min/Woche intensives Training und beinhaltet sowohl Ausdauer als auch Muskeltraining. Bessere Erfolge werden erzielt, wenn das Training unter Anleitung erfolgt (z.B. Rehasport, Fitnessstudio, Gruppentraining)

Bewegungstherapie exemplarisch

  • Ermittlung der täglichen Schrittzahl, zum Beispiel mit einem Schrittzähler. Beginn mit 5.000 Schritten pro Tag, dann Steigerung um 1000 Schritte pro Woche. Beschleunigtes Gehen. Verteilung der Schrittzahl über den Tag mit dazwischenliegenden Pausen. Ziel 10.000 Schritte 2-3 x pro Woche.

  • Regelmäßiger Aufenthalt im Freien an der frischen Luft. 

  • 3 x wöchentlich Ausdauertraining (z.B. Spazierengehen, Walken, Radfahren oder Schwimmen) für ca. 30 min. (Herzfrequenz 180 minus Lebensalter). 

  • Krafttraining 6-8 Übungen (je 1 Übung/Muskelgruppe), 2 x 8-15 Wiederholungen, 2 x 30min/Woche 

  • Ergänzend: Achtsamkeitsübungen und Entspannungsverfahren

Allgemeine Tipps zur Durchführung

  • Wenig bringt schon viel, je häufiger desto besser 

  • Anfangs kürzere, dafür aber häufigere Trainingseinheiten 

  • Etwas finden, woran man Spaß hat 

  • Schrittzähler können der Motivation helfen 

  • Feste Rituale (z.B. 5-10min vor Medikamenteneinnahme) helfen der Verstetigung

  • Motivation durch Gruppen. Hierzu gibt es Webseiten mit Adressen und Links

Weiterführende Informationen und seriöse Webseiten

Seriöse Webseiten mit Online-Übungen für zu Hause



 

 

 


Dieser Beitrag wurde am veröffentlicht und zuletzt am 3. August 2022 aktualisiert.


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