Aktuelle Projekte der zweiten Förderphase

Die Ergebnisse der ersten Förderphase haben die Deutsche Krebshilfe überzeugt, sodass sie einer Fortsetzung der Förderung bis Oktober 2019 zugestimmt und dafür € 2,4 Mio. bereitgestellt hat. In der neuen Förderphase wird KOKON diese Konzepte zu Information, Kommunikation, Beratung und Fortbildung zur Komplementärmedizin in der Onkologie weiterentwickeln, damit diese von Patienten und Angehörigen, als auch von den Gesundheitsberufen in der täglichen Versorgung genutzt werden können. Dafür arbeitet KOKON als ein eng vernetzter, multidisziplinärer Forschungsverbund in vier Arbeitsfeldern mit neun Projekten zusammen (Sprecher: Dr. M. Horneber, Nürnberg). KOKON entwickelt und evaluiert in drei wissenschaftlichen Projekten Trainingsprogramme für Ärzte in der onkologischen und pädiatrisch-onkologischen Regelversorgung sowie für hausärztlich tätige Fachärzte. Die Trainingsprogramme sind nach dem Prinzip des ‚Blended-Learning‘ aufgebaut und verknüpfen webbasiertes e-Learning mit Praxisworkshops, um Kommunikationssituationen zu üben. Im Projekt zur Kommunikation und Entscheidungsfindung werden die spezifischen medizinischen, ethischen und kommunikativen Herausforderungen analysiert, die im Umgang mit der Komplementärmedizin in der täglichen Behandlungspraxis entstehen können und Lösungsansätze für die Arzt-Patienteninteraktion erarbeitet. Diese werden in die Trainingsprogramme, d.h. in die Praxisworkshops integriert. Für die Krebsselbsthilfe erarbeitet KOKON modulare Schulungskonzepte zur Stärkung und Förderung der Kompetenz von Patienten und Angehörigen im Umgang mit dem Thema Komplementärmedizin, implementiert und evaluiert sie. Für die Wissensbasis zur Komplementärmedizin werden die bisher erarbeiteten, evidenzbasierten und praxisbezogenen Inhalte (siehe www.onkopedia.com) weiterentwickelt und ergänzt. Hierdurch sollen die therapeutischen Möglichkeiten in der onkologischen Supportivtherapie dargestellt und das Risiko von Arzneimittelinteraktionen zwischen pflanzlichen Stoffen und onkologischen Medikamenten umfassend beschrieben werden. KOKON wird bei seinen Forschungsaktivitäten von einem Methodenzentrum unterstützt, das zugleich auch die Harmonisierung der Trainingsmaterialien, die Entwicklung von Outcomes für die Evaluationen, sowie die Erstellung einer Kriterienliste für komplementärmedizinische Therapeuten übernimmt. Um die eng vernetzte Tätigkeit des Forschungsverbunds sicherzustellen, wird die Arbeit von KOKON durch eine zentrale Koordinationsstelle des Schwerpunkts Onkologie/Hämatologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin 5, Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Klinikum Nürnberg gelenkt und administriert.