Arzneimittelinteraktionen zwischen pflanzlichen Heilmitteln, Pflanzenstoffen und onkologischen Medikamenten

Hintergrund

Pflanzliche Heilmittel, ob in Form von Tees, Einzelsubstanzen oder Phytotherapeutika können mit anderen Medikamenten im menschlichen Organismus so in Wechselwirkung treten, dass dadurch Arzneiwirkungen der einzelnen Stoffe verstärkt, oder abgeschwächt werden. Um diese möglichen Wechselwirkungen rasch und nach aktuellem wissenschaftlichen Kenntnisstand einschätzen zu können, hat das Projektteam in Greifswald in der ersten Förderphase systematisch recherchierte Übersichtsarbeiten zu den pharmazeutischen Eigenschaften von Pflanzenstoffen und deren Potential für Arzneimittelwechselwirkungen erstellt. Alle Daten dieser Recherche und Auswertung stehen in einer relationalen Datenbank zur Verfügung und können mit einem neuartigen Algorithmus auf das Risiko für Wechselwirkungen mit konventionellen Tumormedikamenten ausgewertet werden. So lassen sich mögliche Wechselwirkungen zwischen häufig eingesetzten Pflanzenstoffen und über 200 synthetischen Medikamenten rasch und evidenzbasiert darstellen.

Ziel und Arbeitsprogramm

Gemeinsam mit dem Projekt "Supportivtherapie" (Link zu P8) soll die in der ersten Förderperiode von KOKON aufgebaute Wissensbasis zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit komplementärmedizinischer Verfahren in der Onkologie weiter ausgebaut werden. Ziel ist die Verbesserung der supportiven Versorgung onkologischer Patientinnen und Patienten sowie ihrer Lebensqualität während und nach Tumorbehandlungen durch evidenzbasierte Anwendung von Verfahren der Komplementärmedizin. Im vorliegenden Projekt wird dazu die Darstellung des Interaktionsrisikos um phytotherapeutische komplementärmedizinische Verfahren, die häufig in der onkologischen Supportivtherapie angewandt werden, ergänzt. Außerdem werden Arzneistoffe der Supportivtherapie und des Nebenwirkungsmanagements in die Bewertung des Interaktionsrisikos aufgenommen. Daneben sollen Bewertungsstrategien und Darstellungsmöglichkeiten für pharmakodynamische Interaktionen exemplarisch anhand einer Potenzierung der Lebertoxizität, einer Beeinflussung der Immunmodulation sowie eines möglichen antioxidativen Antagonismus entwickelt werden.

Im Projekt arbeiten mit:
Ph.D. Janine Naß, Universität Mainz
Dipl. Pharm. Janine Ziemann, Universität Greifswald

Projektleitung

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Ritter (Projektleiter)

Institut für Pharmazie - Klinische Pharmazie
Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald
Tel. +49 (0) 3834 864834
Fax: +49 (0) 3834 865631
E-Mail: ritter@uni-greifswald.de

Prof. Dr. Prof. h.c. mult. Thomas Efferth

Abt. Pharmazeutische Biologie
Institut für Pharmazie und Biochemie - Therapeutische Lebenswissenschaften
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. +49 (0) 6131-3925751
Fax. +49 (0) 6131-3925752
E-Mail: efferth@uni-mainz.de