Kompetenznetz KOKON

Das Kompetenznetz KOKON wurde als deutschlandweites, multidisziplinäres Verbundprojekt in zwei Förderphasen, 2012 bis 2015 und 2016 bis 2020, von der Stiftung Deutsche Krebshilfe im Rahmen des Förderungsschwerpunkt-Programmes ‚Komplementärmedizin in der Onkologie‘ gefördert.

Mit der Initiierung dieses Förderungsschwerpunkt-Programmes hatte die Deutsche Krebshilfe den Impuls gegeben, das Wissen über Komplementärmedizin in der Krebstherapie und über die gegenwärtige Versorgungspraxis in Deutschland zu sammeln und wissenschaftlich zu bewerten und ein Kompetenznetz mit folgenden Zielen einzurichten:

  • Methoden und Qualitätsstandards zur Auswahl und Erstellung von Informationen zu definieren
  • Informations- und Beratungsmöglichkeiten für Patienten und Fachleute im deutschen Gesundheitssystem aufzubauen
  • Standards zur Aus- und Weiterbildung für Berufsgruppen zu entwickeln, die in der Onkologie tätig sind
  • die Umsetzung unter Praxisbedingungen zu evaluieren

In KOKON werden unter dem Begriff der Komplementärmedizin solche Behandlungsverfahren verstanden, die zusammen mit den konventionellen Therapien der Krebsheilkunde im Sinne einer integrativen Onkologie eingesetzt werden. Sie haben zum Ziel, Symptome und Belastungen durch die Krebserkrankung oder -therapie besser zu kontrollieren, Gesundungsprozesse zu fördern, die Lebensqualität zu stärken und bieten Krebserkrankten und ihren Angehörigen Möglichkeiten, sich aktiv am Behandlungsprozess zu beteiligen. Das Verständnis einer integrativen Onkologie orientiert sich dabei an der Definition des ‚Academic Consortium for Integrative Medicine and Health': „Integrative medicine and health reaffirms the importance of the relationship between practitioner and patient, focuses on the whole person, is informed by evidence, and makes use of all appropriate therapeutic and lifestyle approaches, healthcare professionals and disciplines to achieve optimal health and healing." Sie bezieht PatientInnen als aktive PartnerInnen in die Behandlungs- und Versorgungsprozesse ein und bemüht sich um eine unvoreingenommene Verknüpfung konventioneller Behandlungsverfahren mit denen der Komplementärmedizin, um das individuelle PatientInnenwohl zu fördern.