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Kompetenznetz KOKON

Geschmacksstörungen

Beschreibung

Während einer Krebsbehandlung kommt es häufig zu einer Störung des Geschmackssinns (Dysgeusie). Es können Abneigungen gegenüber bestimmten Lebensmitteln oder Lebensmittelgruppen (z.B. Fleisch oder Fisch) auftreten. In der Folge kann eine einseitige Ernährung und eine Mangelernährung mit Gewichtsverlust entstehen. Die soziale Teilhabe (z.B. Restaurantbesuch mit Freunden) und die Lebensqualität werden dadurch beeinträchtigt. Man unterscheidet qualitative und quantitative Veränderungen der Wahrnehmung der Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter und umami.

Die qualitative Störung beruht auf einer veränderten Schmeck-Wahrnehmung. Bei der quantitativen Störung wird diese Wahrnehmung vermindert oder verstärkt. Störungen des Geschmacksempfindens entstehen meistens als unerwünschte Wirkungen der Chemotherapie oder der Strahlentherapie im Kopf-, Hals- und Brustbereich. Sie können sich während, aber auch nach der Behandlung entwickeln und von unterschiedlicher Dauer sein (Tage oder Wochen bis hin zu Monaten). In der Regel klingen sie nach der Therapie wieder ab. Aber nach Bestrahlungen im Hals-Kopfbereich können sie aber langanhaltend oder sogar dauerhaft bestehen bleiben.

Behandlung

Geschmacksstörungen können neben einer Krebserkrankung und deren Behandlung auch andere Ursachen haben (z.B. Infektionen, Nervenschädigungen, Behandlung mit Medikamenten). Daher soll nach der Leitlinie zu Riech- und Schmeckstörungen (2016) geprüft werden, welche Ursache den Beschwerden zugrunde liegen, da hiervon die Behandlungsmöglichkeiten und der Rückgang der Symptomatik abhängen. Ein Zinkmangel beispielsweise kann nach der Leitlinie durch die Einnahme von Zink behandelt werden. Im Fall einer starken Gewichtsabnahme soll eine Ernährungsberatung angeboten werden. Weitere Informationen für Fachleute finden Sie in der Leitlinie zur Riech- und Schmeckstörungen (2016).

Um Geschmacksstörungen behandeln zu können, ist es wichtig, dass Patientinnen und Patienten Symptome und Beschwerden im Gespräch mit dem Behandlungsteam ansprechen.

Therapieverfahren der integrativen Onkologie

Zur Behandlung von Geschmacksstörungen kann ergänzend ein Therapieversuch mit Verfahren der integrativen Onkologie, z.B. mit pflanzlichen Heilmitteln, gemacht werden. Zu einigen gibt es Ergebnisse aus klinischen Studien, zu anderen fundierte fachliche Erfahrung aus der Behandlungspraxis.

In klinischen Studien untersuchte Verfahren

Derzeit sind keine Daten aus klinischen Studien verfügbar.

Verfahren aus der Behandlungspraxis

Derzeit sind keine Daten aus der Behandlungspraxis verfügbar.

Praktische Tipps und Informationen zum Weiterlesen

Tipps bei Geschmacksveränderungen CCC Ulm PDF, 1.10 MB

 

 

Dieser Beitrag wurde am veröffentlicht und zuletzt am 2. August 2022 aktualisiert.


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